Basisrente und Berufsunfähigkeit

Im Beitrag “Basisrente / Rürup” wurden grundsätzliche Inhalte betrachtet und in kurzen Zügen erläutert.

Hierbei habe ich darauf hingewiesen, dass ein Einschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) in einen Basisrentenertrag, in den meisten Fällen unvorteilhaft ist.

Warum sehe ich dies so?

Ein häufig verwendetes Verkaufsargument von „Vermittlern“ ist die steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge. Hier wird suggeriert, dass man Geld sparen könne, da ja Risikobeiträge für die Berufsunfähigkeitsabsicherung im Rahmen der Basisrente steuerlich abgesetzt werden können.

Voraussetzungen zur Absetzbarkeit des Risikobeitrages:

Der Beitrag für die BU Rente muss geringer sein als der Sparbeitrag, damit der Vertrag steuerlich „gefördert“ bleibt. Ist der Beitrag hierfür höher als der Sparbeitrag, oder wurde ggf. eine „reine BU“ als Basisrente abgeschlossen, gilt dies nur dann, wenn der Höchstbetrag für Vorsorgeaufwendungen noch nicht ausgeschöpft ist. Da dies meist schon durch z.B. Krankenversicherungsbeiträge geschehen ist, ist die steuerliche Wirksamkeit dann in den meisten Fällen nicht mehr gegeben.

Stimmen die Voraussetzungen, so ist die Kernaussage dem Grunde nach erst einmal nicht falsch und die mögliche Beitragsersparnis kann, beim Spitzensteuersatz derzeit fast 30% betragen.

Doch macht diese Kombination in den wenigsten Fällen auch Sinn.

Die „Geschichte“ des Steuervorteils ist ggf. nur die halbe Wahrheit, denn im Leistungsbezug, wenn eine Berufsunfähigkeit eintritt, sind auch solche Renten zu versteuern, dann aber nicht nur mit dem Ertragsanteil, wie bei herkömmlichen Berufsunfähigkeitsrenten, sondern („Kohortenabhängig“) wie Einkommen mit dem dann gültigen persönlichen Steuersatz.

Einige gravierende Nachteile / mögliche Gefahren:

- Um eine Inflationsausgleich zu schaffen, sollte die versicherte Berufsunfähigkeitsrente immer dynamisch steigen. Dies bedeutet jedoch, dass auch der Sparbeitrag dynamisch steigen muss um die Voraussetzungen zur „Steuerbegünstigung“ zu erfüllen. Schnell kann man hierbei an die eigenen finanziellen „Belastungsgrenzen“ stoßen.

- Wird der Vertrag wegen fehlender Liquidität nicht mehr erhöht, kann es in der Berufsunfähigkeitsabsicherung schnell zur Unterversicherung kommen.

- Kann wegen finanzieller Engpässe einmal der Beitrag für die Basisrente nicht mehr aufgewendet werden, besteht die Gefahr auch den BU-Schutz zu verlieren,

- Die Berufsunfähigkeitsversicherung muss, um die mögliche steuerliche Mehrbelastung auszugleichen, im Basisrentenertrag ungleich höher versichert werden, als dies bei einer separaten bzw. an ein „herkömmliches“ Produkt gebundenen Rente, der Fall ist. Je nach persönlichem Steuersatz und Alter sollte die zu versichernde Rente um ca. 30%- 40% höher ausfallen als im vergleichbaren „Risikoprodukt“. Ob vermeintliche Steuervorteile hierdurch nicht „aufgefressen“ werden, ist fraglich.

Meine Empfehlung:

Trennen Sie Risikoversicherung von Basisrenten. Hinterfragen Sie Empfehlungen stets kritisch und betrachten Sie Ihre persönliche Situation genau! Ziehen Sie in jedem Fall einen Fachkundigen Berater/ Spezialisten hinzu.

Weiterführende Informationen zur Berufsunfähigkeitsabsicherung:

Leitfaden zur Berufsunfähigkeitsrente

Fragebogen Berufsunfähigkeitsrente


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