Versicherungspflichtgrenze, Beitragsbemessungsgrenze und Arbeitgeberzuschuss steigen 2013

Wer kann sich privat versichern, wer muss gesetzlich versichert bleiben und wie hoch ist der Arbeitgeberzuschuss ab 2013?

Die Regelungen, nach denen sich in der Krankenversicherung Versicherungspflicht, Versicherungsfreiheit und Arbeitgeberzuschuss bestimmen, stehen im Sozialgesetzbuch V (SGB V). Die Auswirkungen auf z.B. Versicherungsbeiträge und lassen sich anhand der Sozialversicherungswerte berechnen.

Die Sozialversicherungswerte sind nicht feststehend und wurden in den vergangenen Jahren immer wieder angepasst. Auch zu 2013 findet voraussichtlich wieder eine Erhöhung statt:

Voraussichtliche Sozialversicherungswerte 2013:

Was bedeuten diese Grenzen/Zahlen?

Beitragsbemessungsgrenze (BBG):

Die Beitragsbemessungsgrenze ist Höhe des Einkommens, anhand derer sich der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung berechnet. Bis zu dieser Einkommensgrenze besteht Beitragspflicht für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung.

Ab 2013 erhöht sich diese Grenze (voraussichtlich) um 1.350 EUR jährlich auf 47.250 EUR jährlich / monatlich 3.937,50 (2012: 45.900,–/3.825,–). Die Grenze (und damit auch der Beitrag der gesetzlich Versicherten, die über der Grenze verdienen) steigt somit um 2,94% im Vergleich zu 2012. (bei Angestellten Arbeitgeberzuschuss beachten)

Jahresarbeitentgeltgrenze (JAEG) oder „Versicherungspflichtgrenze“:

Die Jahresarbeitentgeltgrenze, bezeichnet die Einkommensgrenze, ab der sich ein Arbeitnehmer privat krankenversichern kann, weil er nicht mehr versicherungspflichtig in der GKV ist. Reichte es 2012 noch aus 50.850,–€ zu verdienen, so muss das Einkommen, 2013 über 52.200,–€ liegen, damit der Systemwechsel zur PKV möglich ist.

Arbeitgeberzuschuss zur Privaten Krankenversicherung 2013

Die Höhe des Zuschusses, den der Arbeitgeber zur Krankenversicherung zahlt, berechnet sich ebenfalls anhand der vorgenannten Grenzen. ( §257 Sozialgesetzbuch V)

Ergänzend zu den Zahlen der obigen Tabelle der Rechenweg:

Beitragssatz in der GKV: 15,5%

Davon tragen Arbeitnehmer 7,3 + 0,9% und Arbeitgeber 7,3%

7,3% x 3.937,50 EUR = 287,44 EUR = AG Zuschuss zur Krankenversicherung 2013 (in 2012 waren es 279,23 EUR)

Der Zuschuss erhöht sich also um 8,21 EUR pro Monat (98,52 EUR jährlich).

Auch bei der Pflegeversicherung erhöht sich der Zuschuss:

1,95% Pflegevers. Beitragssatz, davon tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber je 0,975%

0,975% x 3.937,50 EUR = 38,39 EUR = AG Zuschuss zur Pflegepflichtversicherung 2013 (2012 waren es noch 37,29 EUR)

Auswirkungen bei gesetzlich Krankenversicherten ab 2013:

Die erhöhten Werte können sich auch unmittelbar auf die Beiträge bei gesetzlich versicherten auswirken:

Gesamtbetrag zur GKV (Beispiel):

Krankenversicherung: 3.937,50 EUR (BBG) x  15,5% (Beitragssatz) =610,31EUR

Pflegepflichtversicherung: 3.937,50 EUR (BBG) x (1,95% (+ 0,25% bei Kinderlosen)) = 86,63 EUR

Der Arbeitgeber übernimmt bei Kinderlosen entsprechend 329,77,  Arbeitnehmer zahlen in 2013: 367,17 EUR (in 2012 galt:  360,51 EUR)

Achtung: Wer sich aufgrund seines Einkommens in 2012 (50.850,–) privat versichern konnte, aber in 2013 die neue Grenze (52.200,–€ ) unterschreitet wird wieder Versicherungspflichtig in der GKV. In diesem Falle besteht die Möglichkeit einer Befreiung von der Versicherungspflicht. Ein solcher Schritt sollte aber gut überlegt und auf jeden Fall mit Ihrem Berater abgesprochen werden.

Wer in die Private Krankenversicherung wechseln möchte, sollte sich eingehend mit der den Vor- und ggf. Nachteilen auseinander setzten (Leitfaden zur PKV) und sich im Vorfeld fachkundig beraten lassen.

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