Oftmals erschweren Vorerkrankungen den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Daher erhalte ich immer wieder Anfragen, ob es denn nicht auch Versicherer gibt, die Berufsunfähigkeitsversicherungen mit einfacheren Gesundheitsfragen bzw. mit kürzeren Fragezeiträumen anbieten.

Die Alte Leipziger Versicherung bietet derzeit im Rahmen einer Sonderaktion (Anträge bis zum 31.10.2013) eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit vereinfachten Gesundheitsfragen für viele Berufsgruppen.

Hierbei werden Versicherungsantrag folgende Fragen gestellt:

Auszug Antragsfragen Alte Leipziger BU Sonderaktion 08 - 10.2013

Die Fragen sind sehr eindeutig und klar gestellt und verringern sicherlich die Gefahr einer “Obliegenheits- / Anzeigepflichtverletzung” gegenüber umfassenderen, allgemein gehalteneren Gesundheitsfragen.

Das macht das Angebot tatsächlich interessant. Ebenso positiv finde ich, dass für Versicherungen die im Rahmen dieser Aktion abgeschlossen werden die gleichen Versicherungsbedingungen gelten, wie für die „normalen“ Tarife der Alte Leipziger auch.

Auszug aus dem „Premium BU-Schutz“ der Alten Leipziger:

  • Verzicht auf abstrakte Verweisung in allen Berufsgruppen – auch bei dauerhaftem Ausscheiden
  • Verzicht auf die gesetzlich vorgesehene Beitragserhöhungsmöglichkeit des § 163 VVG
  • Keine Beitragserhöhung bei Berufswechsel
  • Keine vorvertragliche Anzeigepflicht zwischen Antragsstellung und Versicherungsbeginn
  • Kein Leistungsausschluss bei Verkehrsdelikten

Es gibt aber auch einige Einschränkungen und Besonderheiten bei der Tarifgestaltung.

Hier einige Beispiele:

Die maximale Versicherungsrente im Rahmen der BU-Aktion bei 1000 € monatlich
Das maximale Eintrittsalter ist 45 Jahre.
Eine Dynamik ist auf  2 % Steigerung begrenzt (4% Tarif FR10)
Eine garantierte Steigerung im Leistungsfall kann mit bis zu einem Prozent vereinbart werden.
Ausbau-oder Nachversicherungsgarantien sind in den Verträgen der Sonderaktion nicht enthalten.

Der versicherbare Schutz stellt sicherlich in vielen Fällen einen vernünftigen Basisschutz da. Ob Versicherungsschutz angeboten werden kann ist allerdings nicht nur von einer “vereinfachten Gesundheitsprüfung” anbängig. Es gibt weitere Faktoren, die individuell zu prüfen sind. Natürlich sollte  immer dar persönliche Bedarf beachtet werden.

Zur weiteren Vorbereitung:

BU- Fragebogen zur Analyse und Bedarfsermittlung

Direkte Anfrage zur Berufsunfähigkeitsversicherung

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Vor wenigen Tagen erhielt ich eine Anfrage eines Beamten, mit einer Frage zu “Riesterverträgen”.

Ein Kollege von Ihm war vom Finanzamt aufgefordert worden, ca.700,–€ Steuern nachzuzahlen, denn er habe in 2009 die Beiträge aus einem Riestervertrag gelten gemacht doch nun habe die Zulagenstelle dem Finanzamt mitgeteilt, das er gar keine Zulagennummer und somit auch keinen Anspruch auf Zulage oder Steuerersparnis besäße.
Der Vertrag bestünde schon seit 2007 und er habe immer seine Zulagen und “Steuervergünstigungen” erhalten. Er habe ja auch bei Antragstellung einen Dauerzulagenantrag gestellt. 2008 ist er verbeamtet worden, doch Beamte sind ja auch zulagenberechtigt. Somit verstehe er die Forderung nicht.


Zunächst einmal ist festzuhalten, dass “einen Dauerzulagenantrag zu stellen” nicht bedeutet, dass man in Zukunft von Überprüfungen oder Änderungsmitteilungen befreit ist. Änderungen (z.B. Adressänderungen, berufliche Änderungen oder Änderungen der Familiensituation) sind anzuzeigen und ggf. ist ein Änderungsantrag einzureichen. Daher erhalten Riestersparer mit Ihrer Jahresbescheinigung auch immer einen Zulagenantrag/ Änderungsantrag (zumindest sollten sie diesen von Ihrem Anbieter erhalten). Das gilt für Beamte ebenso wie für alle anderen Riestersparer.

In diesem Fall kommt aber noch ein weiterer möglicher Problempunkt hinzu:

Damit Beamte die Zulage erhalten und /oder ggf. Beiträge zu Ihrer Riesterrente bzw. Zulagenrente steuerlich gelten machen können genügt es nicht, beim Anbieter einen Zulagenantrag zu stellen. Der Beamte  muss auch beim Dienstherr eine Einverständniserklärung abgegeben und dort eine Zulagennummer erteilt werden.

Der Beamte wird  laut Zulagenstelle auch vom Dienstherr hierüber informiert. Nun, das mag sein.  Wahrscheinlich geschieht dies jedoch eher in Form einer Veröffentlichung z.B. auf der Internetseite des Dienstherren oder im Amtsblatt. So ein Hinweis ist sicher schell übersehen und eine persönliche Benachrichtigung erfolgt wohl kaum. Woher soll ein Dienstherr auch wissen, ob ein Beamter einen Riestervertrag hat, ohne dass dieser dies anzeigt?

“Geschieht die Meldung  nicht können, ggf. auch, wenn es sich nur um einen “Formfehler” handelt, Zulagen und erhaltene Steuervorteile rückwirkend “aberkannt” werden.” so die telefonische Auskunft auf meinen Anruf bei der Zulagenstelle. Aber warum gerade bis 2009? Vermutlich bezieht sich  die Forderung hier auf die Festsetzungsverjährung, § 169 ff. Abgabenordnung – AO  / 4 Jahre. ( Dies ist allerdings auch eher eine Frage für Ihren Steuerberater / Finanzamt.)

Die Gefahr ist, dass sich ein “Folgefehler” einschleicht, wenn die Meldung bei Antragstellung oder Eintritt ins Beamtenverhältnis an den Dienstherren übersehen wird, der so lange unbemerkt bleibt, bis die Zulagenstelle die Rechtmäßigkeit überprüft.

Wenn mann die Mitteilung hierzu erhält ist es leider für eine “Richtigstellung” für einen Teil der Zulagen / Steuervorteile zu spät, denn auch wenn man den Antrag unmittelbar nach Kenntnis stellt, können maximal 2 Jahre rückwirkend beantragt werden.

Um zu prüfen, ob möglicherweise bei Ihrem /  Vertrag ein solches Risiko besteht sollten Sie

  1. Bei der Besoldungsstelle anrufen und Fragen, ob die Einverständniserklärung vorliegt und eine Zulagennummer besteht. (Ihre Personalnummer bereit halten!)
  2. Falls dem nicht so ist, bei der Besoldungsstelle 2 Jahre rückwirkend (aktuell mit Beginn ab 2011) einen entsprechenden Antrag stellen. In der Regel finden Sie Vordrucke auf der Internetseite Ihres Dienstherren.
  3. Ihre Angaben im Zulagenantrag überprüfen und ggf. Änderungen Ihrem Anbieter melden.

Um die Riesterrene / Zulagenrente tobt schon seit einiger Zeit eine heiße politische Diskussion. Der vorgenannte Fall ist sicherlich ein Beispiel dafür, dass  einige Verbesserungen nötig sind, aber Änderungen ja geplant – mal sehen, was letztendendlich auch gesetzlich verabschiedet wird.

Der vorgenannte Fall zeigt aber auch, dass Riesterverträge durchaus lukrativ sein können (wenn man die Regeln kennt und einhält).

Wenn man selber vor dem Abschluss eines Sparvertrages steht, sollte man auch bei Riesterverträgen nicht pauschal urteilen, sondern den eigenen Fall genau prüfen und mit Alternativen vergleichen.

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Wesentliche Änderungen und erhebliche Kürzungen in der Beihilfe gelten in Baden-Württemberg ab dem 01.01.2013.

1) Die Einkommensgrenze zur Berücksichtigungsfähigkeit in der Beihilfe für Angehörige von Beihilfeberechtigten wurde von 18.000€ auf  10.000€ gesenkt. Unter bestimmten Voraussetzungen (z.B. bei bereits vor in Kraft treten vorhandenen Ehegatten, die nicht gesetzlich versichert sind oder in besonderen Härtefälle) gilt die alte Grenze weiterhin. (Potentiell Betroffene sollten bei Ihrer Beihilfestelle anfragen und ggf. einen schriftlichen Nachweis einholen)

Besonders wichtig ist hier die Definition des Einkommens. Gemeint ist hierbei  nicht wie häufig vermutet um das zu versteuernde Einkommen sondern: “Die Summe der Einkünfte, vermindert um den Altersentlastungsbetrag, den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende und den Abzug nach §13 Abs. 3, ist der Gesamtbetrag der Einkünfte.” (§2 Abs. 3 Einkommensteuergesetz)

2) Der Beihilfebemessungssatz bleibt dauerhaft bei 50%,  unabhängig von der Familiensituation und auch im Ruhestand als Versorgungsempfänger. Gleiches gilt für Berücksichtigungsfähige Ehegatten. Kinder bleiben bei 80%. Wichtig: In der privaten Krankenversicherung sollte auf Tarifkombinationen mit ausreichend Alterungsrückstellungen geachtet werden. Ggf. sollte geprüft werden, ob zusätzliche Beitragsentlastungstarife sinnvoll sind.

3) Die Kostendämpfungspauschale (Selbstbeteiligung) wird erhöht:

Beihilfe Baden Württemberg; Besoldungsgruppen; Pauschalen; Selbstbehalte

Quelle Kommunaler Versorgungsverband Baden-Württemberg Merkblatt Beihilfe 1/2013

4) Ab dem 01.01.2013 sind im Zahnbereich die Aufwendungen für Material und Laborkosten für verschiedene Maßnahmen nur noch zu 70% erstattungsfähig. Privat versicherte sollten prüfen, ob ggf.  ihr Beihilfeergänzungstarif entsprechende Lücken schließt.

Nehmen Sie die Änderungen zum Anlass, Ihre Versicherungssituation zu überprüfen. Prüfen Sie auch, ob eventuell ein Wechsel in die neuen Unisextarife bei Ihrem Versicherer für Sie möglich und sinnvoll ist.

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Als erster Krankenversicherer beendet der Deutsche Ring Krankenversicherungsverein a.G das ” Rätselraten” um die Bedingungen der Unisextarife in der PKV.

In den neuen PKV Tarifen des Versicherers werden nicht nur die Versicherungsbeiträge auf Unisex umgestellt, also der Beitrag für Männer und Frauen gleich kalkuliert, sondern auch Bedingungen klargestellt und in vielen Bereichen Leistungsverbesserungen eingeführt, die für die Kunden nun noch mehr Rechtssicherheit bieten.

Einige Beispiele/ Auszüge zu Verbesserungen:  Tarif Comfort+ (Tarif UNISEX 2013)

  • Hilfsmittel neu: offener Hilfsmittelkatalog
  • Heilmittelleistungen neu: Schwangerschafts- und Rückbildungsgymnastik, Kältetherapie, Manuelle Therapie und Podologie werden zusätzlich genannt
  • Psychotherapie: künftig sind jährlich bis zu 50 Sitzungen erstattungsfähig
  • Krankentransporte neu: Fahrten zur Dialysebehandlung, Chemo- und Strahlentherapie werden explizit aufgeführt
  • Leistungen bei Auslandsaufenthalten: Klarstellung, das bei Leistungen im Ausland  ortsübliche Kosten (ohne Beschränkung auf deutsche Gebühren) erstattungsfähig sind
  • Palliativ- und Hospizleistungen sind nun genannt
  • Kostenübernahme für Begleitpersonen im Krankenhaus und bei stationären Rehabilitationsmaßnahmen
  • Zahnbehandlung / Zahnersatz: Statt dem Preis-Leistungsverzeichnis (Stichwort: Inflation) gilt nun die Erstattung in angemessenen Sätzen.

Ebenso sind sicherlich Verbesserungen in den AVB im Bereich der Schutzimpfungen, Entzug / Suchtbehandlung sowie Behandlung in medizinischen Versorgungszentren zu nennen.

Auch in denn “gehobenen Mittelklassetarifen” (z.B. Esprit) gelten übrigens zahlreiche Verbesserungen.

Es werden aber auch in den neuen Tarifen nicht alle Leistungen von vorneherein und ohne Beschränkungen zugesichert. Natürlich bestehen auch in den kommenden PKV Tarifen Leistungsbeschränkungen, Höchstgrenzen, Selbstbehalte oder Zustimmungsverpflichtungen.  Das ist im Sinne einer soliden Kalkulation und Beitragsentwicklung  aber auch auch zweckmäßig und notwendig.

Für Sie als Kunden wird es so wie heute auch Zukunft wichtig bleiben, vor Vertragsschluss Leistungsinhalte und Kriterien zu kennen und für sich zu bewerten damit Sie den zu Ihnen Vorstellungen passenden Versicherer und Tarif finden können.

Ein Lob für die frühzeitige Herausgabe von Unisex Tarifbedingungen in der PKV . Auch wenn mir genaue Versicherungsbeiträge noch nicht vorliegen (ich erwarte bei den meisten Versicherern Beiträgen in der Nähe der heutigen “Frauenbeiträge”), so ist es ein Vorteil, wenn der Kunde, der heute vor dem Vertragsabschluss steht erkennen kann, welchen Kurs ein Versicherer in naher Zukunft einschlagen will. Entsprechend profitieren natürlich auch  Berater und Vermittler von der Offenheit des Deutschen Ringes.

Hoffentlich folgen viele Versicherer dem Beispiel des Deutschen Ring und veröffentlichen nun kurzfristig Ihre Bedingungen.

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Was im Juni im Spiegel noch so heiß diskutiert wurde , nämlich dass 80 % der Tarife der privaten Krankenversicherer z.T. schlechter als GKV-Niveau sein (kein Wunder bei Versicherungsangeboten ab 55€ mtl.) und man doch Mindeststandards einführen müsse, war zu diesem Zeitpunkt dem Grunde nach schon “kalter Kaffee”, denn schon im März diesen Jahres diskutierten man im PKV-Verband, dass Versicherer Leistungslücken in der PKV mit Einführung der Unisextarife schließen sollten.

Natürlich gibt es keinen Mindeststandard in der Gesundheitsversorgung den man “einfach einmal so festlegen” kann.

Auch die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung sind ja nicht dauerhaft an ein Mindestleistungsniveau gebunden. Sie stehen im Sozialgesetzbuch 5 und können ja auch sinken (was sie seit Jahrzehnten ja auch tun).

Um sich aber Leistungsstark zu positionieren, ist es auch meiner Meinung nach zu empfehlen, das Versicherer in allen Versicherungstarifen künftig Leistungen bieten, die mindestens “gleichartig / gleichwertig” denen der gesetzlichen Krankenversicherung entsprechen.

Zu den diskutierten Mindestleistungen in der PKV gehören z.B.

  • ein offener Hilfsmittelkatalog,
  • die Erstattung von ambulanter Psychotherapie von mindestens 50 Sitzungen jährlich,
  • das Psychotherapie durch Ärzte und Psychotherapeuten durchgeführt werden kann,
  • das Suchtbehandlung  erstattungsfähig ist.

Darüber hinaus gibt es sicherlich weitere Bereiche, wie z.B. häusliche Krankenpflege, Sondennahrung, Haushaltshilfen, Präventionsmaßnahmen etc…. die die Versicherer in Ihren Bedingungen verbessern können.

Die Gefahr, einen existenzbedrohenden Fehler bei der Auswahl des privaten Versicherungsschutzes zu machen, sinkt durch Leistungsverbesserungen sicherlich erheblich. Viel einfacher wird die Auswahl des passenden Versicherers allerdings nicht werden, den es werden ja Mindestleistungen empfohlen und nicht Maximalleistungen angepriesen! Hier gilt es weiterhin, den passenden Tarif zu suchen.

Mir liegen die ersten  4 “neue” Bedingungswerke vor, die nicht nur die Mindestempfehlungen umsetzen, sondern darüber hinaus eine Vielzahl von Mehrleistungen bieten, aber eines ist auch klar:

Nicht alle privaten Krankenversicherer werden mitmachen!

Versicherer, welche weiterhin mit leistungsschwachen Billigangeboten versuchen werden, Kunden zu gewinnen, werden aber hoffentlich bald vom Markt verschwinden!

Was sollten Sie bspw. beachten, falls Sie noch vor dem 21.12.2012 , zu den heute gültigen Bisextarifen, in die PKV wechseln möchten?

1) Die Leistungsverbesserungen gelten (sofern keine Klarstellung erfolgt) nichtautomatisch für den Bestand und die vor dem 21.12.2012 abgeschlossenen Verträge  - einige Tarife bieten aber auch schon heute entsprechende Leistungen. Wählen Sie Ihren Versicherer mit bedacht und informieren Sie sich im Vorfeld über die Vertragsinhalte. Nutzen Sie auch den Kriterienfragebogen, um sich im Vorfeld ein gewünschtes Tarifprofil zu erstellen.

2) Es wird für die heute abgeschlossenen Verträge bei vielen Versicherern ein Wechselrecht in die neuen Unisextarife geben, aber die Beiträge für die Unisextarife werden voraussichtlich ca. auf dem Niveau der heutigen “Bisex-Frauenbeiträge” liegen – es ist also genau zu prüfen, ob des spätere Wechsel sinvoll ist. Erkundigen Sie sich sich bei Abschluss zu den neuen Tarifen!

3) Bedenken Sie, dass Vertragsprüfung und Policierung Zeit in Anspruch nimmt. Warten Sie nach der Auswahl nicht zulange mit der Antragstellung – Ende November könnte schon knapp werden!

4) Wenn Sie erst später in die PKV wechseln können, aber sich heute noch günstige Beiträge sicher möchten sollten Sie Optionsangebote (für späteren Versicherungsschutz) genau prüfen!

Haben Sie Fragen zu Umsetzung oder neuen Tarifen?

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Funktionsinvaliditätsversicherung  nennt die Branche eine relativ neue Produktart, die mehrere Risiken in einem Versicherungsvertrag absichert.

Tritt eine  Pflegebedürftigkeit, Krebserkrankung, Verlust einer Grundfähigkeit (z.B. sehen, sprechen, hören), einer Organschädigung oder auch Invalidität durch Unfall ein, zahlt der Versicherer die vereinbarte Rente.

Die Versicherungsdauer gilt bis zum 67. Lebensjahr. Die „Zahldauer“ der Rente kann aber als lebenslange Rente vereinbart werden

Als Inflationsschutz kann sowohl für die Zeit vor, als auch nach dem Versicherungsfall eine regelmäßige Rentenerhöhung ohne erneute Gesundheitsprüfung vertraglich fixiert werden.

Die Beiträge hierfür sind deutlich niedriger als in der separaten Absicherung der Teilbereiche.

Ein weiterer Vorteil ist die  Gesundheitsprüfung. Vorerkrankungen wie allergisches Asthma oder psychische Erkrankungen sind hier kein genereller Ablehnungsgrund, sondern häufig ohne Zuschläge oder Ausschlüsse versicherbar! Dennoch muss man bei der Antragstellung / Gesundheitsprüfung besonders aufpassen. Einige Versicherer führen die Antrags / Risikoprüfung mittels einer Onlinesoftware durch. Es ist sehr wichtig bei den Gesundheitsfragen die genauen Krankheitsdiagnosen anzugeben, damit es im Leistungsfall nicht zu Problemen aufgrund falscher Antragsangaben kommt (Beispiel: Nackenverspannungen werden ggf. anders bewertet als ein “verrenkter Halswirbel”!).

„Risikorenten“ zählen meines Erachtens zu den sinnvollsten Ergänzungen einer Berufs- oder Dienstunfähigkeitsversicherung. Da sich die Leistungen aus einem Versicherungsvertrag an klar definierten Ereignissen orientieren, ist das “streitpotential” deutlich geringer als in der Berufsunfähigkeitsversicherung  oder Dienstunfähigkeitsversicherung. Da ein krankheits- oder unfallbedingter Einkommensverlust aber nicht Grundlage in der Leistungsprüfung ist, sollten “Risikorenten” Versicherung immer nur als Ergänzung und nicht als Ersatz einer BU / DU abgeschlossen werden.

Bei einem geplanten Abschluss sollte immer die Gesamtsituation (also auch separate Absicherungen bei Unfall, Pflegebedürftigkeit, Krankheit, Behinderung u.s.w.) berücksichtigt werden, das es ansonsten zu Überversicherungen kommt.

Beachtet werden sollten unbedingt auch mögliche Anzeigepflichten (Obliegenheiten)  in anderweitigen Verträgen, damit es im Schadenfall nicht zu “vermeidbaren” Problemen kommt.

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Bei einem Versicherungsabschluss müssen Sie viele Rechtspflichten beachten. So gehört es zu den vertraglichen Obliegenheiten, dem Versicherer alle Umstände anzuzeigen, die zur Einschätzung des Risikos notwendig sind (z.B. Beantwortung der Gesundheitsfragen oder anderweitige Versicherungen). Der Versicherer seinerseits muss entsprechend in Textform danach fragen.

Aber auch nach dem Vertragsabschluss, während der Laufzeit des Versicherungsvertrages bestehen solche Obliegenheiten. So sind z.B. in der PKV anderweitige bestehende Kranken- oder Pflegeversicherungen in der Regel anzeigepflichtig. Bei einigen Versicherern ist ein geplanter (anderweitiger) Abschluss sogar zustimmungspflichtig. In der Berufsunfähigkeitsversicherung können z.B. eine Berufswechsel oder anderweitige Rentenabsicherungen ebenfalls anzeigepflichtig sein.

Werden Anzeigepflichten verletzt, kann es im Schadenfall zur Leistungsverweigerung oder ebenso schlimm, bei bekannt werden zu Vertragskündigung führen.

Achten Sie daher immer auf die korrekte Angabe aller Verträge und Einhaltung Ihrer vertraglichen Pflichten und melden Sie Versäumnisse.

Falls Sie bedenken haben, dass zurückliegende Versäumnisse zu Problemen führen können, sprechen Sie Ihren Vermittler bitte im Vorfeld an, damit Lösungsmöglichkeiten gefunden werden können.

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Einmal abgeschlossen – nie mehr angepasst.

In der Berufs-, Dienstunfähigkeits- oder Unfallversicherung können Sie sich durch den Einschluss einer Dynamik  (regelmäßige Anpassung ohne Gesundheitsprüfung) komfortabel gegen die Folgen der Inflation absichern. In der privaten Krankentagegeld-versicherung ist dies in den meisten Fällen nicht so einfach möglich und es kommt hier schnell zur Unterversicherung.

Einige wenige Versicherer bieten zwar zeitweise Erhöhungen an, doch verlassen sollten Sie sich hierauf nicht.

Wer in den 90iger Jahren seine Kosten noch mit einer Absicherung von 100,–DM täglich (3.000,–DM monatlich) decken konnte, der wird heute mit ca. 50,–€ täglich (1500,–€ mtl.) im Krankheitsfalle wohl finanzielle Probleme bekommen.

Gesetzlich Krankentagegeld-versicherte  haben  selbst bei höheren Einkommen, selten einen Anspruch über 2.100€ mtl. (für individuelle Berechnung bitte anfragen)

Privat Krankenversicherte können die Höhe des versicherten Tagessatzes Ihrem aktuellen Versicherungsschein entnehmen.

Ihren Bedarf bzw. die versicherbare Krankentagegeldhöhe, können Sie vereinfacht berechnen:

Selbständige sollten die vollen Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge berücksichtigen.

Damit Sie bei Steigendem Einkommen oder Inflationsbedingt nicht in eine Unterversicherung rutschen, sollten Sie Ihre Ansprüche regelmäßig prüfen und ggf. anpassen.

Bei vielen Versicherern kann eine Anpassung mit vereinfachter Gesundheitsprüfung “relativ einfach” erfolgen.

Allerdings sollte man auch bei der Krankentagegeldversicherung auf die Vertragsgrundlagen achten, den die Voraussetzungen für den Leistungsanspruch sind bei Versicherern häufig sehr unterschiedlich.

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Wer z.B. als Freiberufler keinen eigenen Anspruch auf „Riester-Förderung“ hat, aber mit einem „Förderberechtigten“ (bspw. Beamte / Angestellte) verheiratet ist, konnte in der Vergangenheit eine Zulage erhalten auch ohne, dass ein eigener Sparbeitrag aufgewendet wurde.

Dies ist seit Beginn diesen Jahres nicht mehr möglich. BGBl 2011 I S. 2592

Wie ist das zu verstehen?

Grundsätzlich unterscheidet das Gesetz bei Ehegatten zwischen unmittelbar Begünstigten – z.B. Rentenversicherungspflichtigen (Angestellten), Beamte, etc.- und mittelbar Begünstigten (z.B. Freiberufler, Selbständige, Ärzte). Mittelbar Begünstigte haben auch in Zukunft keinen eigenständigen Zulagenanspruch. Ein möglicher Anspruch ergibt sich aber, sofern der Ehegatte / die Ehegattin  unmittelbar begünstigt ist.

Bisher (bis einschließlich 2011) reichte es für die Zulagenberechtigung des mittelbar begünstigten Ehegatten aus, wenn

a) die Ehegatten nicht dauernd getrennt leben und

b) die Ehegatten ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in einem Mitgliedstaat der EU oder einem Staat auf den das EWR Abkommen anwendbar ist haben und

c) nur ein Ehegatte unmittelbar begünstigt ist.

Eigenbeiträge mussten nicht erbracht werden.

Ab 2012 kommt als weitere Fördervoraussetzung hinzu, dass der mittelbar Begünstigte jährlich mindestens 60 €uro Eigenleistung in den eigenen Riestervertrag einzahlt.

Der „Wunsch“ zur Zahlung des Mindestbeitrages und damit der Erhalt der Förderungen kann in der Regel formlos, schriftlich unter Angabe der Versicherungsnummer und ggf. der Kontonummer (Lastschrifteinzug empfohlen) beantragt werden.

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Wer kann sich privat versichern, wer muss gesetzlich versichert bleiben und wie hoch ist der Arbeitgeberzuschuss ab 2013?

Die Regelungen, nach denen sich in der Krankenversicherung Versicherungspflicht, Versicherungsfreiheit und Arbeitgeberzuschuss bestimmen, stehen im Sozialgesetzbuch V (SGB V). Die Auswirkungen auf z.B. Versicherungsbeiträge und lassen sich anhand der Sozialversicherungswerte berechnen.

Die Sozialversicherungswerte sind nicht feststehend und wurden in den vergangenen Jahren immer wieder angepasst. Auch zu 2013 findet voraussichtlich wieder eine Erhöhung statt:

Voraussichtliche Sozialversicherungswerte 2013:

Was bedeuten diese Grenzen/Zahlen?

Beitragsbemessungsgrenze (BBG):

Die Beitragsbemessungsgrenze ist Höhe des Einkommens, anhand derer sich der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung berechnet. Bis zu dieser Einkommensgrenze besteht Beitragspflicht für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung.

Ab 2013 erhöht sich diese Grenze (voraussichtlich) um 1.350 EUR jährlich auf 47.250 EUR jährlich / monatlich 3.937,50 (2012: 45.900,–/3.825,–). Die Grenze (und damit auch der Beitrag der gesetzlich Versicherten, die über der Grenze verdienen) steigt somit um 2,94% im Vergleich zu 2012. (bei Angestellten Arbeitgeberzuschuss beachten)

Jahresarbeitentgeltgrenze (JAEG) oder „Versicherungspflichtgrenze“:

Die Jahresarbeitentgeltgrenze, bezeichnet die Einkommensgrenze, ab der sich ein Arbeitnehmer privat krankenversichern kann, weil er nicht mehr versicherungspflichtig in der GKV ist. Reichte es 2012 noch aus 50.850,–€ zu verdienen, so muss das Einkommen, 2013 über 52.200,–€ liegen, damit der Systemwechsel zur PKV möglich ist.

Arbeitgeberzuschuss zur Privaten Krankenversicherung 2013

Die Höhe des Zuschusses, den der Arbeitgeber zur Krankenversicherung zahlt, berechnet sich ebenfalls anhand der vorgenannten Grenzen. ( §257 Sozialgesetzbuch V)

Ergänzend zu den Zahlen der obigen Tabelle der Rechenweg:

Beitragssatz in der GKV: 15,5%

Davon tragen Arbeitnehmer 7,3 + 0,9% und Arbeitgeber 7,3%

7,3% x 3.937,50 EUR = 287,44 EUR = AG Zuschuss zur Krankenversicherung 2013 (in 2012 waren es 279,23 EUR)

Der Zuschuss erhöht sich also um 8,21 EUR pro Monat (98,52 EUR jährlich).

Auch bei der Pflegeversicherung erhöht sich der Zuschuss:

1,95% Pflegevers. Beitragssatz, davon tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber je 0,975%

0,975% x 3.937,50 EUR = 38,39 EUR = AG Zuschuss zur Pflegepflichtversicherung 2013 (2012 waren es noch 37,29 EUR)

Auswirkungen bei gesetzlich Krankenversicherten ab 2013:

Die erhöhten Werte können sich auch unmittelbar auf die Beiträge bei gesetzlich versicherten auswirken:

Gesamtbetrag zur GKV (Beispiel):

Krankenversicherung: 3.937,50 EUR (BBG) x  15,5% (Beitragssatz) =610,31EUR

Pflegepflichtversicherung: 3.937,50 EUR (BBG) x (1,95% (+ 0,25% bei Kinderlosen)) = 86,63 EUR

Der Arbeitgeber übernimmt bei Kinderlosen entsprechend 329,77,  Arbeitnehmer zahlen in 2013: 367,17 EUR (in 2012 galt:  360,51 EUR)

Achtung: Wer sich aufgrund seines Einkommens in 2012 (50.850,–) privat versichern konnte, aber in 2013 die neue Grenze (52.200,–€ ) unterschreitet wird wieder Versicherungspflichtig in der GKV. In diesem Falle besteht die Möglichkeit einer Befreiung von der Versicherungspflicht. Ein solcher Schritt sollte aber gut überlegt und auf jeden Fall mit Ihrem Berater abgesprochen werden.

Wer in die Private Krankenversicherung wechseln möchte, sollte sich eingehend mit der den Vor- und ggf. Nachteilen auseinander setzten (Leitfaden zur PKV) und sich im Vorfeld fachkundig beraten lassen.

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